Was man über ein Gewässer wissen sollte

Die Gewässer Grundkenntnisse zeigen, welche Faktoren bei den unterschiedlichen Gewässertypen (egal ob oberirdisches Fließ- oder Stillgewässer) variieren können. Diese Faktoren sollten vor dem Karpfenangeln analysiert und ausgewertet werden, damit man seine Taktik darauf ausrichten kann. Der Fangerfolg kann nämlich auch mal ganz schnell ausbleiben, wenn man einfach blind drauf losfischt.

Es sollten folgende Fragen beantwortet werden, um seine Taktik auf das Gewässer und seine Eigenschaften auszulegen.

  • Frage 1: An welche Nahrung ist der Karpfen gewohnt, beziehungsweise wird Ihm geboten?
  • Frage 2: In wie fern ist der Boden (Untergrund) für das Fressverhalten verantwortlich?
  • Frage 3: Welche Plätze sucht der Karpfen auf?

So, nun kommen wir zu den Kriterien, die an jedem Gewässer überprüft werden sollten.

1. Natürliche oberirdische Nahrungsquellen

Ist das Gewässer dicht von Bäumen und Büschen bedeckt, so können die Karpfen es gewohnt sein, herabfallende Insekten, Früchte oder Nüsse zu fressen. Somit kann es erprobenswert sein mit alternativködern (bei Insekten bspw. Maden), oder speziellen Boiliearomen bzw. Extrakten zu fischen.

2. Natürliches unterirdisches Nahrungsangebot (im Gewässer)

Unter Wasser ist der Großteil des Nahrungsangebotes für den Karpfen zu finden. Hier sollte darauf geachtet werden, ob sich viele Kleintiere (z.B. Schnecken, Muscheln oder Krebse) also Eiweißhaltige Kost im Wasser befindet oder ob ein reichhaltiges Angebot an Pflanzlicher Kost (Algen, Krautbänke, usw.) geboten wird.

3. Unnatürliches Nahrungsangebot

Ein unnatürliches Nahrungsangebot können sehr viele Parameter darstellen. Einer davon ist z.B. ein See oder ein Fluss der von vielen Anglern besucht wird. Wenn das der Fall ist, so werden bestimmt viele unnatürlich vorkommende Nahrungsmittel zum Angeln und zugleich zum anfüttern eingesetzt. Wenn man jetzt noch rausbekommt, ob viel auf Karpfen (Boilies), Forelle (Mais) oder sonstige Fische (Maden usw.) geangelt wird, kann man schnell darauf schließen welches Futter in großen Mengen in das Gewässer geworfen wird.

Alternativ könnte es auch ein Gewässer in einem Park sein, wo z.B. Menschen stundenlang damit beschäftigt sind – Enten mit Brot zu füttern. Hier könnte dann das Brot zum heiligen Karpfenköder werden.

4. Gewässergrund

Der Gewässerboden kann auf ein spezielles Fressverhalten und somit zugleich auch auf das unterirdische Nahrungsangebot hinweisen. Hierzu unterscheiden wir zwischen einem schlammigen, sandigen, kieseligen oder steinigen Gewässergrund. Bei einem schlammigen Boden kann man davon ausgehen das sich viele Wasserpflanzen ansammeln, wobei in Richtung des steinigen Grunds die Pflanzen nachlassen und die Karpfen eher auf andere oder alternative Nahrungsquellen zugreifen können. Somit kann der Karpfen auch mal ein anderes Fressverhalten an den Tag legen und räuberisch werden. Es wurde sogar beobachtet, dass einige Großkarpfen temporär räuberisch leben und kleinere Weißfische verschlingen.

5. Bevorzugte Plätze eines Karpfens

Der genau Aufenthaltsort oder ein Hotspot kann nicht so ohne weiteres ausgemacht werden. Aber es gibt einige bevorzugte Plätze eines Karpfens, die er unter anderem zur Nahrungsaufnahme aufsucht. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kleinere und größere Kanten
  • Platos
  • Schilfgürtel
  • Seerosenfelder
  • Löcher (kann man mit einem Echolot oder per klopfen suchen)
  • Einlauf und Auslaufstellen
  • Unter Stegen und umgefallenen Bäumen
  • An angrenzende Schwimmbereiche (Nachts wenn keine Badegäste vorhanden sind)
  • Tagsüber warme Plätze mit viel Sonneneinstrahlung
  • Langsam strömende warme Bereiche

Dies sind nur einige Beispiele, auf die ich persönlich achte wenn ich an ein neues Gewässer komme. Zusätzlich kann man sich noch bei anderen Anglern oder Angelshops in der Nähe zu dem Gewässer erkundigen.

6. Weitere Gewässerspezifische Merkmale

Das waren die allgemeinen Merkmale bzw. Gewässer Grundkenntnisse die an jedem Gewässer angewendet werden können. Gewässerspezifisch gibt es jedoch noch weitere Merkmale, die ich in der Rubrik Gewässertypen weiter aufführe. Dazu gehören die Fließgewässer und die Stillgewässer und ihre Einteilungen.

Ich hoffe die viele Theorie ist euch nicht zu langweilig geworden, aber die Gewässer Grundkenntnisse sind auf jeden Fall schon mal eine Solide Basis für eine gute Analyse zum ausrichten seiner Taktik.